Freitag, 7. November 2014

Menschliche Ambitionen und der Weg ins All

"Ambition" ist ein von der ESA in Zusammenarbeit mit einer Animationsfirma produzierter Kurzfilm, der in einem Science-Fiction-Setting die Rosetta-Mission beleuchtet und auf eindringliche und schöne Weise veranschaulicht, zu was Menschen imstande sind: nämlich eine Raumsonde in einem überaus komplizierten, zehn Jahre überspannenden Raumflugmanöver von der Erde aus zu einem Kometen in der Nähe Jupiters zu schicken und dort - hoffentlich - Proben analysieren zu können. Was sich so banal anhört und was doch in Wirklichkeit eine phantastische Leistung ist, zeigt der Film in ausgezeichnet darstellender Weise.


Der hervorragende Schauspieler Aiden Gillen (aka Petyr Baelish ;-) ) spricht aus, was uns dazu treibt, über Jahrzehnte hinweg solche Pläne zu verfolgen: Ambition! Stubbornness! Genau das sind die richtigen Worte, um zu beschreiben, warum wir Menschen tun, was wir tun und warum wir uns entwickeln, wohin wir uns entwickeln. Und das wir uns immer Ziele setzen sollten, die eigentlich zu weit, zu groß, zu gefährlich, zu ambitioniert sind. Denn nur so erweitern wir die Grenzen unseres Daseins. Die Rosetta-Mission ein großer Baustein für diese Ambitionen und es ist spannend, dass das die Landung eines menschengemachten Objekts zu unseren Lebzeiten geschieht

In diesem Zusammenhang möchte ich erwähnen, dass ich vor einigen Tagen gefragt worden bin, was genau mir denn an der EU gefällt. Ich habe die Frage nicht beantwortet, weil sie mir nutzlos erscheint. Für mich ist die Antwort selbsterklärend und offensichtlich. Die Antworten stehen da, viele Hundertausende Mal gegeben und wieder und wieder wiederholt.

Aber ich füge eine Antwort hinzu: die ESA, die europäische Raumfahrtorganisation, ist eine von der Europäischen Union an sich unabhängige Organisation. Dennoch wäre sie ohne den Geist der EU, der gerade in der wissenschaftlichen Forschung und Forschergemeinde die europäische Zusammenarbeit prägt und fördert, in ihrer heutigen Größe und Bedeutung kaum denkbar. Und die ESA vertritt Ziele und Ambitionen, die ich zutiefst gut heiße. Denn wir Menschen sind eindeutig dazu bestimmt, eines Tages die Erde zu verlassen und den Weltraum zu erforschen. Das wird nicht ohne Blut, Schweiß und Tränen abgehen. Es wird uns vieles kosten. Aber es wird passieren und es wird spannend, aufregend und wundervoll sein, die Enge dieser Welt hinter uns zu lassen und die Weite des Weltraums zu erkunden. Das werden wir nur in Zusammenarbeit der ganzen Menschheit schaffen und nicht mit vergleichsweise banalen, nationalen Anstrengungen. Organisationen wie die EU und die ESA sind daher der richtige Weg, um uns diesen Weg zu eröffnen und internationale Kooperation statt nationaler Engstirnigkeit werden uns die Mittel verschaffen, ihn zu begehen.

Der Rosetta-Lander "Philae" wird, so alles gut geht, am 12. November auf 67P/C-G landen. Die Mission kann man hier verfolgen.

Einen tieferen Einblick gibt dieses Video des DLR über die Mission