Donnerstag, 29. April 2010

Apple vs. Adobe - Jobs unter Realitätsverlust?

Ich habe gerade ein paar Artikel zu Steve Jobs offenem Brief zum Thema Flash gelesen. Hier ein kurzer Kommentar:

Mit diesem Brief, mit diesem Angriff macht sich Apple/Jobs in meinen Augen reichlich lächerlich.

Welt Online zitiert aus dem Brief:
Nur weil Flash weit verbreitet ist, heißt es nicht automatisch, dass es offen ist. Es wird kontrolliert von Adobe und ist nur verfügbar durch Adobe. Nach ziemlich allen Definitionen lässt das auf ein geschlossenes System schließen.

Wenn ich mir diese Aussage ansehe, frage ich mich schon, ob Jobs an Realitätsverlust leidet. Apple kontrolliert z.B. mit seinem geschlossenen iTunes den gesamten Markt um das iPhone und die iPods. Nur die Geschlossenheit von Apples gesamter Marktstrategie kann überhaupt erst dazu führen, dass sie Flash ausschließen können.

Wieso sollte man es nicht einfach dem Anwender überlassen? Was spricht dagegen einfach einen Flash-Blocker in den Browser einzubauen, wie er auf PCs auch bereitsteht, wenn denn wirklich die Performance oder die Laufzeit der Geräte das Problem ist? Wenn die Nutzer beginnen Flash zu meiden, weil es ihre Bedürfnisse nicht erfüllt, wird Adobe seine Strategie schon von alleine ändern. So was muss nicht Steve Jobs mit fadenscheinigen Argumenten regeln. Das schafft der Markt von ganz alleine.

Es wäre für mich kein Problem, würde Jobs offen sagen, dass er Flash nicht unterstützt, weil er gewisse perönliche Animositäten gegen Adobe hat oder weil Flash ein Problem für die neue Werbestrategie von Apple darstellen könnte. Das wäre zwar ziemlich dumm, aber zumindest ehrlich. So kann ich das einfach nicht ernst nehmen. Apple macht sich so lächerlich damit, wie eine Mutter, die ihrem Kind mit der Kippe in der Hand das Rauchen verbietet. Ich bin wirklich kein besonderer Flash-Sympatisant, aber das, was Apple hier abzieht, ist einfach nur dämlich.

Viele Grüße,
Dave