Donnerstag, 10. Juni 2010

Meinen polemischsten Dank an die liberalen Spitzenkräfte

Ich finde, angesichts von aktuell 5% in neuen Umfragen sollten wir uns doch alle mal bei Guido Westerwelle, Dirk Niebel, Rainer Brüderle, Ernst Burgbacher, Cornelia Pieper & Birgit Homburger herzlich bedanken, welche mit den Themen: "Umsatzsteuersenkung-für-Hoteliers", "Wir-unterstützen-jeden-CDU-Präsidenten", "Wir-lassen-uns-von-der-5-Prozent-Partei-CSU-alles-bieten" und "Wir-vergessen-Wahlversprechen" allesamt so hart und unermüdlich daran gearbeitet haben, aus 6 Millionen Wählern wieder 2 Millionen zu machen. Denn seien wir ehrlich: wir waren einfach zu beliebt. Das hält doch keiner aus.

Meinen herzlichen Dank dafür, dass die Liberalen in den kommenden Monaten und Jahren mit großer Wahrscheinlichkeit reihenweise Regierungsverantwortung in den Landtagen verlieren werden. Das ist doch auch viel weniger anstrengend. Und selbstverständlich auch meinen umfassenden Dank dafür, dass es endlich wieder "in" ist, als Liberaler in Sack und Asche gehen zu müssen. Es war im Jahr 2009 einfach zu lästig, immer stolz sagen zu können "Ich bin bei den Liberalen und das passt auch so" und diese ungeheure Aussage noch nicht mal rechtfertigen zu müssen, weil einem das sozialdemokratisch oder grün angehauchte Gegenüber auch noch zustimmte und erklärte, es hätte die Standfestigkeit der Liberalen in den letzten Jahren auch gut gefunden.

Es ist doch viel interessanter, heute wieder lang und breit erklären zu müssen, dass das mit der Umsatzsteuersenkung für die Hoteliers nichts mit der Mövenpick-Spende zu tun hat und diese Maßnahme außerdem vollständig in die FDP-Strategie der weitreichenden Steuersystemvereinfachung passe. Es macht viel mehr Spaß, sich ausgiebig zu rechtfertigen, warum man einen Wirtschaftsminister unterstützt, der hauptsächlich seine persönlichen Freunde auf Reisen mitnimmt und von dem niemand so genau weiß, warum er eigentlich ein Ministeramt verdient hat. Und letztlich ist es doch auch total lustig, wenn man erklären darf, das ausgerechnet Dirk Niebel Entwicklungshilfeminister geworden ist, der exakt dieses Ministerium abschaffen wollte. Da haben wir doch alle Verständnis für, dass er das Ministerium jetzt doch nicht schliessen will, oder? Und schließlich sorgt das immer für lustigen Diskussionsstoff.

In diesem Sinne: meinen herzlichen Dank an alle oben genannten und ihre Unterstützer für ihre hervorragende Arbeit, die FDP wieder zu einer kleinen, überschaubaren Randpartei zu machen. Es waren 12 Jahre nötig, um nach 1998 wieder im Bund Regierungsverantwortung zu erlangen. Ihr habt es in drei Monaten geschafft, diese 12 Jahre vergessen zu machen. Jetzt können wir endlich wieder von vorn anfangen und das Spiel von neuem beginnen. Macht doch auch viel mehr Spaß, als am Ziel angelangt zu sein, nicht wahr?